von Bulldogge » 02.11.2009, 12:08
@zwergili
Dass wir alle Fehler in der Ausbildung und Erziehung machen liegt in der Natut der Sache. Genau wie der Hund ein Individuum ist, muss auch seine Erziehung individuell erfolgen.
Leider gehen wir Hundehalter viel zu gerne von einem Schema F aus - es wird uns ja auch leicht gemacht: Hundeplätze = Schema F, Hundeschule = Schema F, Rütter im Fernsehen = Schema F ...
Die Frage ist nur, wie "sauber" der Hund ist und wie gut er dann eben die Fehler weg steckt. Ein Hund, der psychisch einwandfrei ist, verzeiht Fehler wesentlich schneller, als einer, der ne Klatsche hat.
Mit einem psychisch stabilen Hund kann ich wesentlich besser arbeiten - auch gemachte Fehler ausbügeln. Hat der Hund aber ein Problem ansich, dann schlagen sich Fehler mit zum Teil gravierenden Folgen nieder.
Das Problem, was ich dabei allerdings sehe, ist, dass bei dem heimlichen Umgang mit Unzulänglichkeiten der Nachzuchten (respektive der Elterntiere und damit einem möglichen Rückschluss auf den Nachwuchs) die Gefahr der Fehleinwirkungen deutlich ansteigt, da sich die Probleme ja erst im Laufe des Älterwerdens des Hundes manifestieren - in den meisten Fällen zumindest.
Für mich ergibt sich da eine Kausalität, die leider eben beim Züchter seinen Anfang nimmt: das Verschweigen oder schlimmer noch Verneinen von Unzulänglichkeiten der Elterntiere erhöht die Gefahr einer Fehleinschätzung durch den Welpenhalter enorm.
Der offene Umgang mit solchen Problemen seitens des Züchters kann dem Welpenkäufer von Anfang an dabei helfen, Fehler zu vermeiden. Wir haben hier so ein Beispiel rumlaufen: Micha und heike haben uns von Anfang an gesagt, dass Mama Goggles nicht unbedingt mit jedem anderen Hund warm wird und das zu erwarten ist, dass unsere Missy eben auch nicht everybodys darling sein könnte. Auch sind wir von Anfang an darauf hingewiesen worden, dass die Verpaarung, aus der unsere Püppi entstammt, mit durchaus treibstarken und nervlich gut situierten Hunden statt gefunden hat und auch hier zuerwarten ist, dass der Welpe sich zu einem triebigen Hund entwickeln wird.
Und auf diese Informationen haben wir die Erziehung aufgebaut und - so will ich mal behaupten - ein recht ordentliches Ergebnis erzielt.
Solche Informationen hätten wir aber auch bei Sandmann gern von Anfang an gehabt. Die kamen aber eben nicht vom Züchter, sondern von anderen Personen, die eben seine Eltern auch gut kannten. Da waren aber Fehler schon gemacht worden bei der Erziehung - und die eigentlich notwendigen Informationen kamen dann erst bei der Suche nach möglichen Ursachen für seine Auffälligkeiten.