Mysteriös: Kleine Pandabären im Tiergarten Nürnberg tot aufgefundenNürnberg
(aho) - Am Montagmorgen, 18. Februar 2008, wurden die beiden im Nürnberger Tiergarten beheimateten Kleinen Pandabären (Katzenbären) tot aufgefunden. Wie die Stadt Nürnberg mitteilt, hatten beide Tiere eine geöffnete Bauchdecke – ein Tier lag im Freigehege, das andere im Stall. Die Verletzungen der beiden Pandas sind nahezu identisch und laut der Untersuchung durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nicht auf Schnittwunden durch ein Messer zurückzuführen, sondern wurden vermutlich durch einen spitzen Gegenstand hervorgerufen.
Quelle & ganzer Text: animal health
---------------------------------
Pressemitteilung vom Montag, 25. Februar 2008
Interner Bericht führt jetzt zur Strafanzeige gegen den Tiergarten Nürnberg
Ließ TG Nürnberg jahrelang tierschutzwidrige Lebendverfütterung von Muntjakbabys zu?
Nürtingen. Tierrechtler Frank Albrecht hat heute, im Zusammenhang mit dem Tod der Kleinen Pandas und einem Muntjakbaby im Tiergarten Nürnberg, Strafanzeige, wegen des Verdachtes der Tierquälerei, gegen die fränkische Einrichtung erstattet.
Denn wie jetzt bekannt wurde, hätten die Kleinen Pandabären vor ihrem eigenen Tod ein Baby der chinesischen Muntjaks (Hirschart) zerfleischt. Aufgrund dieser Tatsache sieht sich Tierrechtler Frank Albrecht nicht nur in seiner Annahme, dass die Katzenbären womöglich doch von sich wehrenden Hirschen im Gehege getötet wurden, mehr als bestätigt (siehe PM vom 22.02.2008 http://www.pr-inside.com/de/nuernberger ... 451093.htm), sondern sieht auch in der wiederholten Lebendverfütterung von Muntjakbabys an die Pandabären, einen ganz klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Denn das Aufeinanderhetzen von nichtmenschlichen Tieren und die Lebendverfütterung sind, laut Tierschutzgesetz, verboten.
„Seit Jahren hält der Tiergarten Nürnberg zwei nichtmenschliche Tierarten anscheinend auf doch zu engem Raum. Solche tierschutzwidrige Haltung führte nun offensichtlich zum wiederholten Male zu einer Hetzjagd der Katzenbären auf ein Muntjakbaby. Erneut wurde dabei ein Baby zerfleischt", so Albrecht. „Solche qualvollen Haltungsbedingungen dürfen einfach nicht, Jahr für Jahr, zu mehreren nichtmenschlichen Opfern führen. Hier hätte man ganz klar frühzeitig eingreifen und dieses blutige und tödliche Experiment (Gemeinschaftshaltung) sofort beenden müssen. Aber offenbar sah man in Nürnberg jahrelang tatenlos zu."
Denn bereits 2002, so die Beweise des Nürtinger Tierrechtlers, teilte Helmut Mägdefrau (Vize-Tiergarten-Direktor) in einem tiergarteninternem Magazinbericht mit, dass die Katzenbären Hirschnachwuchs wiederholt töteten. Schon damals war Herrn Mägdefrau auch bewusst, dass diese Form Lebendverfütterung einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle. So schrieb der Vize-Direktor in dem Bericht:
„…auf der anderen Seite wollen wir aus Tierschutzgründen und unserem gefühlsmäßigen Empfinden keine …Lebendfütterung vor unseren Augen"
„Hier wurde, trotz des Wissens über mögliche Haltungsprobleme (Attacken der Katzenbären), scheinbar dem jahrelangen blutigen Treiben kein Ende gesetzt und somit der Tod weiterer nichtmenschlicher Individuen fahrlässig und billigend in Kauf genommen. Die Staatsanwaltschaft müsse nun die tatsächlichen jährlichen Opferzahlen bei den Muntjaks ermitteln, die mysteriösen Todesumstände eines Katzenbären (1999) genauer klären und die Untätigkeit des Tiergartens auf einen möglichen Straftatbestand hin überprüfen", so Albrecht abschließend. „Meiner Meinung nach sind die Todesfälle ganz klar auf Missstände und Tierschutzverstöße im Tiergarten Nürnberg zurückzuführen."
„Eine Ethik, die nur mit unserem Verhältnis zu anderen Menschen zu tun hat, ist unvollständig"
Dr. Albert Schweizer
Nichtmenschliche Tiere, hier so genannte „Zoo-Tiere", haben, wie wir Menschen auch, ein Interesse daran zu leben. Frei und selbst bestimmend. Daher haben sie, wie wir auch, dass Recht auf Leben. In Freiheit und Selbstbestimmung.
Frank Albrecht
(Tierrechtler/ Fachgebiete Zoo und Zirkus)


News