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wissen über herkunft

Kritische Betrachtung der aktuellen Zucht des American Bulldog

wissen über herkunft

Beitragvon Michael » 19.08.2009, 07:31

muss mann stammbäume und blutlinien kenne ??

Willst Du züchten, dann musst Du auch Stammbäume und Blutlinien und Blutlinienprobleme bis zum „Abkotzen“ pauken (!) und kennen(-lernen) (!). Schluss- Aus - Punkt!
Kenntnis des Stammbaums und damit der Blutlinien Deines Hundes heißt, Wissen was in ihm/ihr steckt und hinter ihr/ihm steht und was er/sie mitbringt!
Damit Du zumindest in Etwa weißt, aus welchen Blutlinien welche Krankheiten oder Verhaltensfehler kommen könnten, musst Du Nachforschungen betreiben, diese sind sehr schwierig, aber machbar, wenn man will und viel Zeit aufwenden kann.
Dadurch erfährst Du in Etwa, wie rein die Vorfahren, der zur Paarung vorgesehenen Tiere gewesen sind und welche Probleme mitkommen können. Da solltest Du auch ganz sachlich nachschauen, was da los ist und Dir nichts vormachen oder einreden.
[Natürlich solltest Du auch Kenntnis über die Probleme gewinnen, d.h. was ist HD, was bedeutet ED für den Hund, wie entsteht Demodexreude, was ist Spondilose, Epilepsie, Dackellähme, Retrieverwahn und woher kommt das alles etc,etc,etc.]
Ein weißer Hund muss nicht weiß vererben, ein Bully nicht Bully und HD-freie Eltern bedeuten nicht wie selbstverständlich HD-freie Nachkommen. Aber wesensschwache Hunde müssen nicht unbedingt wesensstarke Hunde nachbringen, auch wenn manche dies glauben mögen.
Aber wenn Du dann auf alles geachtet hast, HD/ED/SD-freie und wesensfeste Elterntiere genommen hast, auf den Standard achtest etc. pp., dann kann immer noch sehr Vieles geschehen und daneben gehen.
Mancher Fell-, Augen-, Nasefarbe wird eine entsprechende, mit Ihr gekoppelte psychische/physische Krankheit nachgesagt, denn nicht immer basiert ein Zuchtausschluss von bestimmt farbigen Hunden nur auf einem nicht nachvollziehbaren Schönheitsideal der Zuchtverbände, sondern es hat einen tieferen Sinn. Auch Pigmentierung bei Hunden ist nicht unwichtig.(Denke an das „Blue Merle“ Problem u. a. bei Collies )
Solange Du, trotz umfassender Nachforschungen, bestimmte Probleme nicht kennst, ist das zwar für die u.U. betroffenen Nachfahren sehr schlimm, einen direkten Vorwurf kann man Dir daraus nicht unbedingt machen. Bekommst Du aber Wind von einem Problem bestimmter Blutlinien und Du der Sache nachgehst und sich das Gerücht, na sagen wir mal zu einer fast 100%-igen Tatsache verdichtet, dann solltest Du Dir überlegen, ob Du die Verpaarung durchführen kannst. Gehst Du dem Problemgerücht nicht nach, so ist das auch bedenklich.
Wenn aber wissentlich mit Hunden gezüchtet wird, die nicht OK sind, wie es bei vielen nationalen und internationalen Hundezuchtverbänden nicht unüblich sein soll, oder die Vorfahren der Zuchttiere bekannter Weise schwer belastet waren, dann überlasse ich es Dir darüber nachzudenken, wie Du dazu stehst. Egal ob es ein Hobby- oder Großzüchter, ein renommierter oder nicht so angesehener Züchter ist. Egal ob die Hunde große Champignons oder kleine Fliegenpilze sind- krank ist krank, genetische Disposition ist genetische Disposition und Wesensschwäche ist Wesensschwäche- da tut es nichts zur Sache bei welcher Schönheitsschau der Hund gewonnen hat und wie toll er aussieht. Die Pokale bringen auch keine besseren Welpen. Nur Schönheitsqueens mit Schönheitsprinzen, oder Wesenskrösus mit Wesenskönig zu verpaaren bringt häufig entweder das „Model – Syndrom “ (schön und blöd) oder den Triebknaller und nach mehreren engen Verpaarung einen kleineren Genpool.

Du hast als Züchter eine große Verantwortung gegenüber den Welpenleuten und noch mehr gegenüber den Welpen. An kranken Hunden verdient nicht nur der Tierarzt. Die Hunde haben
Problem, Schmerzen, Krankheiten, sowohl physischer als auch psychischer Art, unter denen die armen Dinger ebenso leiden wie Du es tun würdest. Kannst Du es verantworten, wissentlich eine solche Verpaarung durchgeführt zu haben?? Aus welchen Gründen auch immer ! Und wenn ich kommerziell züchte und die Zucht professionell im eigentlichen Sinne des Wortes betreibe, dann werden mir solche Dinge nicht einfallen, da ich mit schlechten „Produkten“ meine Existenz gefährde.
Man kann sicherlich nicht Alles wissen, man kann auch nicht an Alles denken, man sollte aber versuchen, möglichst Alles so gut wie man es kann und dem aktuellen allgem. Wissenstand entsprechend zu machen und sich auch nicht zu fein sein, Andere zu fragen. Nicht jeder, der eine Verpaarung kritisiert oder Befürwortet, will Dir Böses oder Dich aus Konkurrenz ärgern.
Man sollte sich vorher umfassend über das, was man tun will, über Probleme der Rassen die man züchten will, auch der Rassen die eingekreuzt wurden, informieren. Seit wann gibt es die Rasse überhaupt und seit wann hier in XY-Land? Woraus ist Sie entstanden, wie eng wurde gezüchtet, welche Probleme hatte man, welche Krankheiten gab es und noch viele Fragen mehr.
Offen wird da verständlicherweise kaum jemand sprechen, viel zu groß ist die Angst davor, dass die lieben Züchterkollegen diese Fehler für sich ausschlachten. Hinter vorgehaltener Hand jedoch erfährst Du Vieles, entweder direkt oder indirekt. Und wenn der Feind von Herrn Müller das Gleiche sagt wie Herr Müller, und Herr Meier, der beide nicht kennt auch die gleiche „Wahrheit“ verkündet und noch einige andere Quellen unabhängig von einander ebensolches sagen, dann wird schon etwas mehr an einem Gerücht sein.

Krank gezüchtete Welpen und krank gezüchtete Hunde schaden der Rasse, ihrem Ruf , dem Ruf des Züchters und lassen die betroffenen Hunde und deren Familien leiden, was noch viel schlimmer ist. Dies führt langfristig zum Ruin des Züchters und letztendlich einer Rasse.

wie seht Ihr das ??
lg Michael ( Von Avalon's American Bulldogs )
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Re: wissen über herkunft

Beitragvon Dusky » 19.08.2009, 14:28

Ich hoffe es ist okay, wenn ich mich als "rassefremde" einmische, aber seit ich begonnen habe mich für den Pitbull zu interessieren wühle ich mich durch Stammbäume und Linien.
Nicht weil ich züchten will, ganz und gar nicht, aber während die eine Linie kaum ruhig zu bekommen ist, ständig hab acht steht um nicht zu verpassen was um sie geschieht, scheint ein Vertreter einer anderen Linie geradezu in sich zu Ruhen und unerschütterlich zu sein. Deshalb stellt sich doch zuerst die Frage auch für Nichtzüchter: Welche Eigenschaften bevorzuge ich und bei welchen Linien ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auftreten tendenziell höher?

Natürlich machen Papiere keinen guten Hund, klar. Schließlich ist und bleibt das einzelne Tier ein Individuum, dass zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Aber Linienkenntnisse machen vieles einfacher und "Fehler" und Erfahrungen die ein Züchter begangen hat (etwa zwei Linien verpaaren, die nicht harmonieren) können vermieden werden. Mal abgesehen davon, dass so doch auch die Chance besteht, die "Schwächen" der einen Linie durch die "Stärke" der anderen zu minimieren, im Idealfall aufzuheben.
Somit eröffnet die Kenntniss über Linien ein weites Spektrum an Möglichkeiten, denn man "besitzt" quasi nicht nur einen Zuchthund, sondern auch dessen Ahnen.

Wobei ich, wenn ich ehrlich bin, reine Züchterei auf Stammbaum nicht gutheiße, schließlich besteht Zucht auch aus Selektion der Hunde im hier und heute. Die ist mindestens genau so wichtig, aber im Zusammenspiel finde ich Linienkenntniss definitiv wichtig. Das ist beim Pitbull nicht anders, als beim Am. Bull. nem Husky oder Border.
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Re: wissen über herkunft

Beitragvon doginhold » 15.12.2011, 13:31

Als Züchter muß man seine Hausaufgaben machen!

Dazu gehört es zumindest die Linie / Linien die man züchtet aus dem FF zu kennen, zu wissen was genau hinter den eigenen Hunden steht, das Gute und das Schlechte, ebenso welche Linien kompatibel sind und was sich an Zuchttieren in "greifbarer" Nähe befindet.

Zudem gehört auch ein solides Wissen um Ernährung, Gesundheit und Aufzucht dazu etc. etc.

Züchten ist, wenn man nicht nur zum Hartz 4 was dazu verdienen will, harte Arbeit, denn schließlich steht man mit seiner Unterschrift unter die Ahnentafel mit seinem Namen dafür ein das bestmögliche versucht zu haben eine Rasse voran zu bringen und Hunde zu züchten die einen Liebhaber der Rasse glücklich machen.
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