von mottenschwein » 21.10.2009, 12:12
Angie aus Berlin hat Worf hier im Bulldogforum gesehen und bei ihrem Wienbesuch ihn kennengelernt.
Leider hat sie meine Angabe "unverträglich" anders aufgefasst. Worf ist mit anderen Tieren gar nicht verträglich. Ich habe das mit dem Hinlegen geschrieben, weil viele ältere Leute Angst haben, wenn ein Hund mit anderen Hunden Probleme hat, dass er an der Leine tobt und sie ihn nicht halten können. Das macht Worf nicht. Er legt sich hin und fixiert den Hund. Er bleibt auch liegen, wenn der Hund in ein paar Meter Entfernung vorbeigeht. Wenn er allerdings eine gewisse Distanz unterschreitet, dann springt er auf und würde (meist) schnappen oder beissen (kann ich nicht sagen, weil immer mit Beißkorb).
Nachdem ich auch in anderen Foren schon gefragt worden bin, ob es nicht mit einer Hündin oder so klappen würde, hier nochmal die Langinfo:
Worf ist ja seit über 10 Jahren im WTV. Am Anfang war er draußen völlig unansprechbar und hat am ganzen Körper gezittert und sich in jedes Gitter verbissen. Mein Kollege hat dann mit ihm soweit geübt, dass ihm Hunde HINTER Zwingern egal sind, im Auslauf und an Zäunen klappt es meistens auch, aber nicht immer. Es klappt tendenziell gut, wenn der andere Hund im Auslauf ist und er vorbeigeht und schlechter, wenn Worf sich im Auslauf befindet und ein Hund draußen vorbeigeht.
Nach einigen Jahren und nachdem er schon lange allgemein relaxt ist, haben wir ein paar Mal Nahkontakt mit Hunden probiert. Es gab einen Rüden, den er kurz ohne irgendwas angeschnuppert hat, der hatte sich auf einer Türe aufgestellt. Bei Begegnungen draußen ist das Problem, dass er sich so reinsteigert in dieses: "Ich will hin", dass eine langsame Annäherung an der Leine nicht möglich ist (außer man würde mit genügend Abstand sehr lange parallel gehen und sehr, sehr langsam die Distanz reduzieren). Als er einige Zeit versucht hat hinzukommen und dann dort war, hat er versucht zu schnappen oder zu beißen - das kann ich nicht sagen, weil er einen Beißkorb hatte - und war sehr nervös. Wir haben das dann abgebrochen. Nach einiger Pause haben wir mal probiert ihn zu einer Hündin hinzulassen, die in einen Auslauf geführt wurde. Das hat auch nicht geklappt, allerdings war er durch das Warten auf sie auch schon nervöser als sonst. Die Idee war: Die Situation, dass er an jemand hinter Gitter vorbeigeht klappt ja (meist) gut. Wenn er den Hund so einmal kennenlernt und positiv verknüpft, würde dann vielleicht auch der Nahkontakt ohne Gitter mit der Zeit klappen.
Ein Problem ist halt auch, dass wir nicht viele Hündinnen im WTV zum probieren haben, denn - warum auch immer - wir sind voll mit Rüden.
Es ist jedenfalls nicht möglich Worf in Hundezonen oder Zonen mit sehr vielen freilaufenden Hunden in absehbarer Zeit entspannt zu führen und es ist jedenfalls nicht möglich ihn an eine Pflegestelle zu geben, wo die Hunde laufend wechseln. Das Verhalten rührt auch nicht aus dem zuwenig Bewegung, seine PatInnen gehen mit ihm oft 1,5h und er ist am Ende des Spaziergangs bei Hundebegnungen nicht anders als beim Weggehen. Es ist durch den öfteren Auslauf so geworden, dass Worf schneller wieder zum aufstehen und weitergehen zu bewegen ist und bei genügend Abstand noch Richtungswechsel möglich sind. Ich denke schon, dass man - mit genügend Ruhe und Zeit - soweit kommen kann, dass er andere Hunde noch weniger aufregend findet, entspannter wird und einfach an ihnen vorbeigeht - ohne hinlegen, lauern, starren. Ich weiß nicht, ob man ihn vielleicht mit viel Zeit an eine einzelne Hündin gewöhnen könnte - ich fürchte - nachdem er 10 Jahre keinerlei Hundekontakte hatte und nach meinen bisherigen Erfahrungen mit ihm - eher nicht, aber ich möchte es nicht partout ausschließen. Wenn der Traumplatz mit Hündin und Zeit und Geduld da ist, versuchen wir es von mir aus. Man sollte nur bedenken: Worf ist 13 Jahre alt und das Training wird vermutlich mehrere Monate in Anspruch nehmen. Selbst wenn es draußen gut funktioniert, heißt das halt nicht, dass es im Haus klappt, wenn Ressourcen im Spiel sind, etc. etc.
Also optimal wäre wirklich ein Platz OHNE andere Tiere. Mit Menschen hat Worf gar keine Probleme (zumindest mit Erwachsenen, Kleinkinder hat er im Tierheim nie kennengelernt). Optimal wär ein ruhiger Platz eventuell bei Pensionisten oder so. Worf ist gemütlich, schläft viel, geht aber gerne noch - mit Pausen - über eine Stunde spazieren. Er geht an lockerer Leine. Er ist total verschmust. Er lässt jeden Fremden in seinen Zwinger und freut sich über Streicheleinheiten!
Angie hat auch gesagt, dass sie sich weiter umhört.
Vielen Dank!
LG Andrea