Liebe Juliane,
das ist besser als Du denkst, denn die meinen sind noch da! Das ist ganz wichtig. Glaube mir, Deine Einstellung wird sich mit den Jahren ändern und Du wirst jeden Tag geniessen, den Du noch mit allen zusammen hast. Ich weiß, wovon ich spreche .... Deshalb sind mir die Hunde auch so wichtig, weil sie ein Teil meiner Familie sind und auch noch (hoffentlich) da sein werden, wenn die anderen gegangen sind.
Im letzten Jahr habe ich meinen jungen Bully-Rüden (3 Jahre und 11 Monate) verloren, der einfach durch die Überzüchtung ein zu weiches Bindegewebe im Hals hatte. Bei ihm ist im Schlaf die Luftröhre zusammengefallen ... Ich habe lange gebraucht, um über seinen Tod hinwegzukommen. Ich habe mir deshalb vorgenommen, jeden Tag bewusster wahr zu nehmen.
Nachdem ich dann einen zweiten Hund wieder aufgenommen habe (wieder vom Züchter), der dann wieder krank war, habe ich mich für das Züchten interessiert, dass warum und wieso speziell diese Rasse solche Probleme hat, usw. Ich bin dann auf Unzulänglichkeiten auch der seriösen Vereine gestossen, die ich nicht vermutet hätte. Jeder, der einen Bio-Leistungskursus hinter sich hat, steckt diese "Vereinsgenetik" in die Tasche ... Manchmal wünsche ich mir, ich hätte nicht so tief gegraben ... Was da an Unehrlichkeit zum Vorschein kam, war dann doch sehr erschreckend.
Ich liebe Hunde und kann es einfach nicht verstehen, dass für manche Menschen das Geld so im Vordergrund steht. Es sind doch Lebewesen, die wir durch die Zucht erschaffen, manchmal zum guten, aber auch - wie im Fall vieler Bulldoggen - auch zum schlechten. Die Propaganda, die sich dann einige seriöse Vereine erlauben, kommen mir wie Werbetafeln vor - wenn man dahinter sieht, ist einfach nichts.
Ich bin sehr frustriert, was die Zucht der Französischen Bulldoggen betrifft: Den ersten aus einer seriösen Zucht aus einem "seriösen" Verein, dessen Onkel noch mit seinen Atemproblemen als Deckrüde zur Verfügung steht ... Die zweiter aus einer Hobbyzucht ohne Papiere, gesund. Den dritten wieder aus einer seriösen Zucht, schwerkrank als Welpe bekommen (Milch verschluckt, Aspirationspneumonie bekommen, Herz vergrößert, Herzklappe schloß nicht, aber jetzt ist alles wieder im Lot!). Es geht ihm jetzt nach einem Jahr wieder ganz gut, die ganze Sache hat aber locker 2.500 Euro gekostet.... So, wie ich mich kenne, werde ich ihn auch komplett gesund bekommen. Im Moment kämpfe ich gegen die vielen Nebenwirkungen der Medikamente, die er als Welpe bekommen musste, um sein Leben zu retten. Kortison und Antibiotika in Hülle und Fülle, aber sonst wäre er gestorben. Niemand kann sich vorstellen, wie mein letztes Jahr verlaufen ist. Jede Nacht musste er stündlich hochgenommen werden, um seine Atemnot zu lindern und das über Monate. Danach der Juckreiz durch die Medikamente, die uns nicht schlafen liessen ... Anfang des Jahres war ich dadurch an meinem eigenen Limit angekommen. Ich hatte auch bereits 5 Tierärzte, 2 Tierkliniken und 1 Tierheilpraktiker durch. Dann habe ich einen Tierheilpraktiker kennen gelernt, der einfach eine Koryphäe auf seinem Gebiet ist, leider ist seine Praxis sehr weit entfernt von mir.
Hier suche ich jetzt Tipps, wie ich dem kleinen Kerl helfen kann. Nach dem Kortison stellte sich ein schwerer Juckreiz ein, den wir mit Antihistaminika bekämpft haben, weil er sich durchgekratzt hat. Wir sind nun mit dem Antihistaminika von täglich auf alle zwei Tage und nun auf alle drei Tage herunter. Das Kratzen nimmt schon ein wenig zu, ist aber noch im tolerierbaren Bereich. Er reagiert auf Futtermittel allergisch und kann kein Lamm, Geflügel aller Art, Eier, Getreide, Reis und Mais vertragen. Zur Zeit bekommt er Rinderhack, eine frische gehackte Fenchel und Kartoffeln. Trockenfutter habe ich verschiedenes ausprobiert und bis jetzt habe ich mal als Leckerchen von Wolfsblut Wide Plain gegeben. Im Moment gehen mir die Ideen aus, was ich dem kleinen Kerl, der so viel mitgemacht hat, noch Gutes tun kann. Beim Futter bräuchte ich noch Tipps oder kann er ein Leben lang so ernährt werden? Ach so, grüner Pansen! Da muss ich höllisch aufpassen, denn er ist auch gegen Gräser und Milben allergisch. Wenn da noch Reste vom Gras drin sind, kann es sein, dass er sich abends dann auch mehr juckt.
Aber wie gesagt, insgesamt ist die Situation entspannter geworden.
Wer hat schon einmal Xie Tang (chinesische Kräuter) eingesetzt und mit welchem Erfolg? Habe sie eingesetzt, bin aber noch am Anfang (1. Woche) und kann bislang nur sagen, dass er etwas ruhiger geworden ist und damit das Kratzen nicht so "panisch" verläuft.
So, jetzt habe ich mir schon einmal eine Menge Frust von der Seele geschrieben. Habt ihr nun Tipps für mich oder Erfahrungen mit den Medikamenten?
Liebe Grüße
Felli


News