Hier ist so einer:
Gestern Abend schien alles noch normal - wenn man bei uns in irgendeiner Form überhaupt von normal sprechen kann
Mein Mann kam von der Arbeit und von einem ausgiebigen Feldspaziergang mit unseren Tyrannos Bulldogs Rex nach Hause, ich stand gerade in der Küche und machte das Fressen für die Hunde fertig - es gab wie üblich Trockenfutter, diesmal in der Variante mit Quarkzugabe, die Hunde ließen es sich schmecken und verschwanden dann wie üblich aus der Küche.
Eine Nanosekunde später tobten sie wie üblich an der Küche wieder vorbei, spielten eines ihrer üblichen Zeugs-Zerr-Wegnehm-mitbesonderenBumsaufdenBodenfallenlassendamitdieNachbarnauchwasdavonhaben-Rumkugel-Spiel. Es erfolgte die übliche Ermahnung unsererseits: "Aus! Ihr habt beide gerade gefressen!"
Nach kurzem Aufmucken war dann auch wie üblich Schluss.
Mein Kerl und ich aßen zu Abendbrot, hatten gerade den letzten Bissen zu uns genommen, als Artali von seinem Platz aufstand, den er nach unserer Ermahnung aufgesucht hatte, und schwerst hinkend an dem Tisch vorbeischlich.
Wir bekamen beide große Augen, denn vorher hatte er nicht gehinkt.
Mein Mann ging sofort zu ihm auf den Boden, untersuchte die Pfote, bewegte das Bein, Artali hatte keine äußeren Verletzungen und zeigte auch keine Reaktion.
Augenrollend befanden wir, dass es sich also wieder mal um eine der üblichen 'Spiel'-Blessuren handeln muss, wir das beobachten, aber: das wird schon wieder
Artali verließ das Zimmer.
Kurze Zeit später hörte ich ihn winseln.
Ich gebe zu, dass ich immer etwas übervorsichtig bin und mir sofort Sorgen mache, aber DAS hörte sich definitiv nicht gut an.
Ich holte Artali wieder ins Wohnzimmer, ließ ihn auf die Couch steigen, um noch einmal genauestens die Pfote zu untersuchen. Er zitterte am ganzen Leib.
Ich begann immer nervöser zu werden. Mein Mann kam auch wieder dazu, Artali drehte sich auf den Rücken (um das Bein zu entlasten?), zitterte weiter, schloss immer wieder die Augen und seufzte bei jedem Ausatmen vor sich hin. Wir kraulten, redeten beruhigend auf ihn ein und beobachteten.
Dann drehte er sich plötzlich zurück und stieg beschwerlich von der Couch. Er hatte einen regelrechten Katzenbuckel, eine ganz seltsame Fellstruktur, versuchte das eine Bein nicht zu belasten, wirkte in allem total verspannt. Mein Mann tastete an Talis Bauch, der war steinhart.
Meine Nervosität war nahe an der Grenze zur Panik. Magendrehung? Doch eine Sekunde zu viel rumgetollt? Was sind denn nun die genauen Anzeichen für sowas? Diese Hilflosigkeit machte mich irre.
Wir beschlossen, sofort die Tierklinik aufzusuchen.
Artali setzte sich in den Flur. So ein Bild möchte ich nicht so schnell wieder sehen!
Er lehnte sich an die Wand, total zusammengekrümmt, hielt dabei das eine Bein in die Höhe und schaute uns an.
Wir bekamen Sorge, ihn so gar nicht transportieren zu können. Ich hatte letztens vom Infobrett in der Tierarztpraxis meinem Mann eine Nummer von der Tierrettung ins Handy diktiert, die rief er jetzt an.
Die haben Krankenwagen für Tiere sozusagen, aber der konnte erst in einer Dreiviertelstunde bei uns sein. Da waren wir allein schneller in der Klinik, also fuhr mein Mann das Auto vors Haus, wir luden unseren Großen ein und rasten los.
Vor der Klinik angekommen, sprang ich aus dem Auto, rannte in die Klinik und meldete unseren 'Notfall', damit die Ärztin schon mal vorbereitet war inzwischen war mein Mann auch angekommen und betrat die Klinik mit einem relativ "normal" wirkenden Artali.
Wir standen da und glotzen unseren Hund an.
Die Ärztin tastete aber sofort eingehend den Magen- und Darmbereich noch im Eingangsbereich ab und konnte erstmal eine Magendrehung ausschließen.
Im Behandlungszimmer dann erfolgte eine eingehende Untersuchung inklusive Röntgen usw.
Na ja, so wirklich haben wir keine Diagnose erhalten, es war vielmehr so eine Untersuchung nach Ausschlusskriterien also das ist es nicht, das auch nicht, hm, das sieht auch ok aus, das hier könnte eventuell
Die Ärztin war im Laufe der Untersuchung immer begeisterter von Tali und knuddelte zum Schluss eigentlich nur noch mit ihm rum und unser Oller war natürlich auch wieder der Charmebolzen schlechthin.
Aufgrund des Röntgen wissen wir aber, dass wir uns in naher Zukunft um ein, zwei Dinge intensiver bei Tali kümmern müssen, insofern hatte es was Positives, auch wenn wir uns nicht wirklich darüber im Klaren sind, was das für ein Anfall war
Hm. Die Nacht hat er ganz gut überstanden, heute Morgen war er auch wieder ohne Temperatur (er hatte 39,2°) und sein Gang sieht entspannter aus.
*seufz* In solchen Situationen wünscht man sich eigentlich nichts sehnlicher, als eine Antwort auf die Frage zu bekommen: "was ist los?" oder "was tut dir weh?".
Eine immer irgendwie besorgte Mel




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