Diese und ähnliche Fragen bekomme ich recht häufig gestellt. Nicht zuletzt deswegen, weil sie auch im Canis Carpe Diem Verwendung findet.
Auf der Suche nach einer stichhaltigen Antwort stößt man dabei immer wieder auf fundiertes Halbwissen (um es mal vorsichtig auszudrücken), Ablehnung und übertriebene Warnungen.
Kaum einer weis aber wirklich mehr, als dass Melasse Zucker ist!
Nun, Melasse ist Zucker - oder genauer: Melasse ist ein Reststoff aus der Zuckergewinnung und enthält Zucker - und zwar je nach Verarbeitungsgrad in unterschiedlichen Konzentrationen.
Melasse wird auf zweierlei Arten gewonnen bzw. aus zwei Rohstoffen. Zum einen aus dem Saft des Zuckerrohrs und zum anderen aus dem Saft der Zuckerrübe. Wobei lediglich die mechanische Gewinnung dieser Säfte unterschiedlich vonstatten geht. Die weitere Verarbeitung ist dann identisch.
Dieser Saft durchläuft einige mechanische, sowie chemische (Ausfällung von Verunreinigungen und Proteinen) Prozesse, die eine Auskristalisierung der Zuckerkristalle zum Ziel haben.
Diese Prozesse werden solange wiederholt, bis keine Kristalisierung mehr möglich ist (der Gehalt an Nicht-Saccharose-Komponenten ist dann zu hoch) - in der Regel ist dies nach dem dritten Prozessdurchlauf bereits der Fall.
Der so entstandene Reststoff ist die Melasse.
Dieser Reststoff (die Melasse also) wird nun mittels Erhitzung (Kochen) und erneuter mechanischer Behandlung (Schleudern in einer Zentrifuge) vom noch verbliebenen Zucker befreit. Und zwar je nach gewünschtem Verfeinerungsgrad mehrere Male.
Aufgrund der thermischen Behandlung enthält die Melasse nun keine Vitamine mehr - aber hat durch die Reduzierung ihrer ursprünglichen Masse einen sehr hohen prozentualen Anteil an Mineralen und Spurenelementen (Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium, etc.).
Und jetzt die alles entscheidende Frage: Was hat Melasse im Hundefutter und insbesondere im Canis Carpe Diem zu suchen?
Nun, se liefert auf rein natürliche Weise eine ganze Reihe lebensnotwendiger Minerale - und zwar in einer angenehm hohen Konzentration. Diese Minerale müssen also nicht zusätzlich eingebracht werden.
Und sie liefert Zucker!
Aber Zucker ist doch ganz doll pfui für den Hund?!
Jain!
Zuviel Zucker ist ganz sicher ungesund - zuwenig oder gar kein Zucker tötlich! Warum tötlich? Weil das Hirn als einzigen Energieträger Zucker verarbeiten kann. Ohne ausreichend Zucker stirbt das Hirn. Ganz einfach. Und so ein Hirn braucht eine ganze Menge reinen Zuckers (beim Menschen geht man von bis zu 100mg täglich aus!), um funktionieren zu können.
Das Hirn ist weder in der Lage Fett, noch sonstige Energieträger zu verarbeiten. Hier führt am Zucker kein Weg vorbei!
Nun könnte der gewitzte Leser aber einwerfen, dass der Hund doch durch seinen Kohlehydrat-Stoffwechsel selbst in der Lage ist, Zucker zu synthetisieren - und hat damit auch grundsätzlich Recht.
Jetzt kommt aber eine landläufige Meinung zum Tragen, die im Hinblick auf das "Zuckerproblem" schon beinahe pervers kurzsichtig ist: Getreide hat im Hundefutter auch nichts zu suchen. Der Hund ist schließlich ein Fleischfresser.
Fällt was auf?
Je weniger Getreide und damit Kohlehydrate in einem Futter enthalten sind, desto mehr entzieht man dem Stoffwechsel den notwendigen Grundstoff, aus dem er den lebenswichtigen Zucker synthetisieren kann. Hier schließt sich ein Kreis, der bei zu oberflächlicher Betrachtung und unter Einbeziehung sämtlicher Vorurteile, Meinungen und Falschinformationen (und das insbesondere in Hundeforen!!) zu schlimmen Folgen führen kann und leider viel zu oft auch führt.
Und das Hirn ist beileibe nicht der einzige dankbare Abnehmer des Zuckers. Die Muskulatur beispielsweise speichert Zucker in Form von Glykose, um bei einer Belastung einen schnell- und vor allem hochverfügbaren Energieträger zur Verfügung zu haben!
---
Und ganz zum Schluss noch was für all jene, denen die Zusammenhänge trotzdem egal sind: pure Mathematik
Weil uns die Fragen bezüglich des Zuckerrübenmelasseanteils am Canis Carpe Diem immer vorgehalten werden, hier mal exemplarisch ein Rechenbeispiel:
Legen wir bei unserer Melasse einen Zuckeranteil vom 20% zugrunde (der real niedriger ist) und weiterhin einen Melasseanteil am Produkt von 5% und weiterhin eine tägliche Verfütterung von 15g, kommen wir auf folgende Zahlen:
Anteil der Melasse (5%) an der Tagesdosis von 15g = 0,75g
Anteil des Zuckers (20%) an dieser Tagesdosis = 0,15g = 150mg
150mg! Jeder Hundekeks liefert ein Vielfaches davon!


News