Immer wieder lese ich (und sicherlich auch ihr), dass man zur Behandlung und Prophylaxe von Gelenksentzündungen, Athrosen und anderen Problemen Grünlippmuschelkalk empfiehlt und einsetzt.
Aber was ist Grünlippmuschelkalk eigentlich und worauf muss ich achten?
Nun ... zunächst einmal: Grünlippmuschelkalk oder Grünlippmuschelfleisch oder Grünlippmuschelextrakt sind keine geschützten Begriffe. Das bedeutet, dass jeder Hersteller im Grunde genommen jedwede Substanz als Grünlippmuschelkalk, Grünlippmuschelextrakt oder eben Grünlippmuschelfleisch deklarieren darf.
Ist der Hersteller verantwortungsvoll und ist in seinem Produkt tatsächlich Grünlippmuschelfleisch entahlten, so ist es das Fleisch der Neuseeländischen Grünlippigen Muschel (Perna canaliculus) verarbeitet.
Nicht selten jedoch wird nur die Schale oder gar eine andere Neuseeländische Muschel (die Neuseeländische Miesmuschel) verarbeitet. Wenn man sich nun betrachtet, was denn an dieser Muschel eigentlich so interessant für unsere Vierbeiner ist (nämlich die in den Drüsen gebildeten Glykosaminoglykane (GAG) oder Mucopolysaccharide), dann fällt schnell auf, dass der oftmals verwendete Muschelkalk (gemahlene Schalen) zwar nett und wichtig klingt aber keinerlei Wirkung hat - zumindest nicht die, die man eigentlich haben möchte.
Einzig wirkungsvoll ist das reine Fleisch. Genau genommen sogar nur die Keimdrüsen und die darin enthaltenen Fette bzw. Öle.
Nun ist es aber so, dass diese Muscheln nicht unbegrenzt erntefähig sind. Zum einen ist natürlich der Platz für das Farming begrenzt und zum anderen werden die interessanten Wirkstoffe erst mit der einsetzenden Geschlechtsreife (ca. ab dem 18. Lebensmonat) der Muschel gebildet.
Daraus ergibt sich die Situation, dass das Muschelfleisch ein durchaus begehrter Rohstoff ist. Zum einen ist die Muschel eine Delikatesse und wird weltweit als Gourmetrohstoff verkauft, zum anderen wird das Fleisch auch zur Gewinnung von Pharmarohstoffen benötigt.
Und hier kommen dann die unterschiedlichsten Hersteller für Tierprodukte ins Spiel! Sie kommen in der Regel dann nämlich ins Spiel, wenn es um die Verwertung der Reste der Humanpharmagewinnung geht.
Wie Fintan in einem anderen Beitrag schon angedeutet hat, wird das Fleisch primär zur Gewinnung von Rohstoffen für die Humanpharmaindustrie herangezogen. Eine ausdrücklich Verarbeitung für den Veterinärmedizinischen Bereich findet eher nicht statt. Das hat eigentlich nur einen Grund: Geld!
Das Farming und die Verarbeitung der Grünlippmuschel sind ein kostenintensives Unterfangen. Kostenintensiv deswegen, weil die Wasserqualität aller erster Güte sein muss (Muscheln allgemein sind Nahrungsfilterer, die ihre Nahrung - wie der Name schon sagt - aus dem sie umgebenden Wasser filtern und dabei Giftstoffe - hier besonders Schermetalle - anlagern) und weil die Verarbeitung sehr energieintensiv ist (das Fleisch wird schockgefroren, getrocknet und dann zu Pulver verarbeitet).
Diese Kosten lassen sich jedoch zuallererst damit auffangen, indem man zunächst eben den Humanpharmabereich bedient - hier sind die Gewinne schlicht am größten.
Wie bei jeder Herstellung fallen auch bei der Verarbeitung von Grünlippmuscheln Reste an. Das wären zum einen der bereits angesprochene Kalk aus den Schalen und zum anderen Reste bei der Verarbeitung des Muschelfleisches selber. Und diese Reste werden in aller Regel dann zu Präparaten für den Tierbedarf verarbeitet. Leider ist es nun aber so, dass in den Resten bestenfalls geringe Mengen der erwünschten Wirkstoffe enthalten sind, womit leider einhergeht, dass auch das fertige Tierprodukt bestenfalls geringe Wirkung zeigen kann.
Häufig ist es so, dass zur Kompensation der fehlenden Wirkung andere Rohstoffe eingesetzt werden. Hier wird gern und viel mit der Teufelskralle gearbeitet. Die Teufelskralle hat in etwa die gleiche entzündungshemmende Wirkung, wie das Grünlippmuschelfleisch. Leider jedoch hat die Teufelskralle einen recht bitteren Beigeschmack: sie verursacht mit hoher Wahrscheinlichkeit Magengeschwüre. Zumindest dann, wenn man sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig verabreicht. Zum anderen ist - wie bei allen Heilpflanzen - es wichtig, dass man auch den heilwirksamen Pflanzenbestandteil (bei der Teufelskralle beispielsweise nur die Wurzel) verarbeitet.
Und - ihr ahnt es bereits - hier ist auch erstmal die Humanpharmaindustrie Abnehmer Nummer Eins!
Worauf solltet ihr also achten beim Kauf von Grünlippmuschelprodukten?
1. dass es auch wirklich Grünlippmuschelfleisch ist - Grünlippmuschelkalk hat schlicht keine Wirkung
2. der Anteil des Fleisches sollte um die 20% liegen
3. der Preis sollte releativ hoch sein - der Rohstoff in Humanpharmaqualität ist sehr sehr teuer ... bei billigen Proukten kann man davon ausgehen, dass mindere Qualität verarbeitet wurde!
4. reines Grünlippmuschelfleisch ist NICHT weiß! Das Pulver ist gäulich-grün und riecht intensiv
5. reines Grünlippmuschelfleisch sollte eine leicht ölige Konsistenz haben - zumindest sollte es einen leichten Ölflim produzieren, wenn man es zwischen den Fingern verreibt - dann ist zumindest mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gewährleistet, dass auch wirklich die Fette und Öle (die, die die Wirkstoffe enthalten) mit verarbeitet wurden
6. die Produkte sollten möglichst keine Heilkräuter enthalten - hier läge der Verdacht nahe, dass die fehlende Wirkung wegen schlechter Rohstoffqualität kompensiert werden soll
7. die Produkte sollten ein ausgewogenes Mineralverhältnis haben - das Fleisch allein wirkt nicht - erst das Zusammenspiel mit Minerale und Mikronährstoffe (Mangan, Selen, etc.) bringt eine sichtbare Wirkung
Wie erkenne ich, ob es sich um Grünlippmuschelfleisch in der hohen Humanpharmaqualität handelt?
Leider gar nicht! Da muss man sich auf die Aussagen des Herstellers verlassen. Bei Billigprodukten ist generell Vorsicht angesagt. Ich weis von Fintan (der mit dem Canis Carpe Diem Nr.2 selbst ein solches Produkt herstellt), dass die Rohstoffe sehr sehr teuer eingekauft werden müssen und sich auch nur relativ energieintensiv weiterverarbeiten lassen.
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Ich hoffe, dass Fintan hier noch was zur Wirkungsweise schreiben wird. Ich könnte es zwar auch aber bei ihm klingt das alles besser





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