Petra2 hat geschrieben:will hier mal nachfragen ob jemand Erfahrung hat mit Desensibilisierung bei pos. Allergietest.
Mit Desensibilisierung habe ich keine Erfahrungen. Und mit positiven Allergietests beim Hund ehrlich gesagt auch nicht.
Aber ich habe eine Menge Erfahrungen mit einem hochgradig allergischen Hund, den hab ich hier nämlich zu Hause.
Petra2 hat geschrieben:Lucie ist 3 Jahre und ihre allergischen Probleme nehmen zu. Zuletzt war es so schlimm dass sie sich die Füsse wundgebissen hat. Wir sind zum Doc. und haben einen allgem. Bluttest machen lassen und einen Allergietest. Die Idee war, dass bei dem Allergietest von 3 Obergruppen eine pos. ist.
Bei Lucie waren alle 3!! Obergruppen 3fach positiv. Also müsste man bei jeweils 3 Untergruppen zu den 3 Obergruppen nochmal testen und dann eine Desensibilisierung beginnen.
Hat Dir Dein Tierarzt auch gesagt, das Allergietests beim Hund extrem unzuverlässig und mit einer Fehlerquote von um die 50% behaftet sind?
Klar, mit solchen Allergietests kann man eine Menge Taler verdienen. Nur leider hilft es in der Regel nur dem der die Tests durchführt (bzw. dessen Kontostand) und nicht dem Hund.
Diese Aussage stammt nicht von mir, die ist von einem ausgewiesenen Allergie-Spezialisten für Hunde.
Petra2 hat geschrieben:Also kennt jemand das Problemchen und hat jemand mit was auch immer Erfolge erzielen können. Freue mich über jede Antwort, denn der arme Hund ist doch sehr geplagt.

Der richtige Weg wäre es, zunächst zu ermitteln worauf Dein Hund allergisch reagiert. In den meisten Fällen ist der Auslöser für allergische Probleme beim Hund im Futter zu suchen.
Was frisst Dein Hund normalerweise regelmäßig? Damit meine ich nicht nur das Futter sondern auch alles was so drum rum noch in den Hund gesteckt wird. Vom Leckerli bis zum Würstchen soll es ja alles geben.
Üblicherweise werden die allergischen Beschwerden durch ein oder mehrere unverträgliche Proteinquellen ausgelöst.
Demzufolge wäre der Ansatz, zunächst wirklich konsequent
alle Proteinquellen zu eliminieren. Wir haben uns dazu seinerzeit vom Tierarzt ein wirklich hypoallergenes Futter besorgt, den Namen hab ich vergessen (war irgendwas von Hills) könnte ich aber nachfragen wenn's Dich interessiert. Dieses Futter enthält nur eine einzige Proteinquelle und diese in so aufgespaltener Form das der Körper darauf nicht mehr reagiert.
In den meisten Fällen ist nach der Umstellung auf dieses Futter keine allergische Reaktion mehr sichtbar und man kann mit dem Ausschlußverfahren beginnen. Bedingung für den Erfolg ist allerdings das der Hund wirklich absolut konsequent nichts - rein gar nichts zusätzlich bekommt. Kein Leckerli, Kein Häppchen - Gar nichts. Sonst kann man es auch lassen.
Wenn der Hund dann auf dieses Futter eingestellt ist (nach etwa zehn Tagen) beginnt man, immer eine einzige weitere Proteinquelle zuzufügen. Dann wird beobachtet. Gibt es eine Reaktion - dann wird diese Quelle sofort wieder weg genommen und man hat einen Auslöser identifiziert. So geht es dann immer weiter, nach und nach kann man so einen Auslöser nach dem anderen identifizieren und ausschließen. Wir haben das über mehrere Monate durchgezogen, es ist wirklich mühsam.
Aber der Erfolg gibt uns Recht. Nach dieser langwierigen Prozedur haben wir relative Klarheit darüber was unser Großer verträgt und was eben nicht. Auf der Basis dieser Informationen konnten wir ein passendes Futter auswählen und siehe da - seither haben wir absolut keine allergischen Probleme mehr.
Und das ganz ohne kostspielige Allergietests. Aber mit der Beratung durch einen wirklich auf Allergien beim Hund spezialisierten Tierarzt.
Denk mal drüber nach, eventuell ist das ja ein Weg für Dich und Deine Lucie. Sicher kann es neben dem Futter noch weitere Auslöser geben. Das haben wir auch, der Don reagiert auf irgendwelche Pollen auch ziemlich heftig. Da allerdings in der Regel "nur" mit tränenden Augen und laufender Nase.
Die Wahrscheinlichkeit das der Hauptauslöser im Futter zu suchen ist halte ich für doch sehr groß. Und da kommt man mit dem Ausschlußverfahren schon sehr weit. Bis hin zur Beschwerdefreiheit ist möglich, so wie bei uns. Wenn Du Fragen hast - soweit ich kann helf ich gern.
LG,
Mathias.