Es ist für alle die interessant, die eine eigene Webseite (also auch ein Froum oder ähnliches) betreiben.
In Deutschland gibt es im Bezug auf ausgebrachte Links zwei grundsätzliche rechtliche Linien.
Zum einen gibt es die oben erwähnte Linkhaftung, die besagt, dass man sich durch Ausbringen eines Links die Inhalte der verlinkten Seite zu eigen macht.
Ausgenommen davon sind bisher automatische Systeme - wie beispielsweise Suchmaschinen.
Alle anderen fallen unter diese Regelung. Ein Link wird wissentlich gesetzt (es sei denn, man kann nachweisen, dass der Link nicht wissentlich gesetzt wurde - bei einem Hackerangriff beispielsweise - was allerdings sehr schwierig ist!), wobei der Gesetzgeber davon ausgeht, dass man den Inhalt der verlinkten Webseite kennt und sich damit identifiziert (sonst würde man den Link nicht setzen).
Darunter fallen aber auch Links ala "guggt mal, was ich gefunden habe - da penetriert ein Esel eine Frau - wie eklig! Sowas müsste bestraft werden" - gut gemeint - sicherlich. Aber für den Betreiber des Forums der Weg in den Knast!
Tierpornographie ist in D verboten - das Verbreiten auch - und wird sehr hart bestraft. Der Link, der eigentlich ja eher nicht positives Einverständnis erklären will, ist im Sinne des Gesetzes aber Verbreitung von Pornographie. In dem Falle sogar von Pornographie mit Tieren...
Es ist perfide - da sind sich viele Rechtsgelehrten einig aber es ist so!
Und die Zweite Regelung wäre die Mitstörerhaftung.
Um das zu erklären mal ein fiktiver Fall (der gar nicht so fiktiv ist!):
Firma A verkauft ein Produkt, das nicht sonderlich toll ist.
Person B betreibt ein Forum (also so wie ich hier), auf dem Person C angemeldet ist.
Nun schreibt Person C einen Beitrag, in dem Firma A wegen des Produktes schlecht gemacht wird und verlinkt noch auf weitere Seiten, auf denen weitere Personen schlechte Beiträge über Firma A schreiben.
Der Rechtsanwalt von A holt zum Rundumschlag aus und mahnt alle wegen Rufschädigung, Schadensersatz und dergleichen ab.
Als Betreiber des Forums erhält B eine Abmahnung (im simpelsten Fall), die natürlich gepfeffert Geld kostet!
Auch wenn es gar nicht der Beitrag von B war, so steht er als Betreiber für den Beitrag gerade, da er als Mitstörer vor dem Gesetz gilt und entsprechend für den Inhalt des Beitrages haftbar ist.
Und dies gleich in zwei Fällen, nämlich
a) für den negativen Beitrag ansich und
b) für den Link auf weitere negative Beiträge
Um das abzuwenden, müsste B sein Forum so einrichten, dass alle Beiträge erst von ihm händisch freigeschaltet werden müssten (erst rechtlich Prüfenvor der Veröffentlichung).
Dazu gibt es zig Gerichtsentscheidungen, die die technische Machbarkeit und Zumutbarkeit zum Inhalt haben. Und in so einem relativ kleinen Forum, wie dem unsrigen hier, ist die Zumutbarkeit gegeben!
Und jetzt das ganz perverse: B muss von dem Beitrag nichtmal Kenntnis erlangt haben!
Wie ihr seht, steht in beiden Fällen der Betreiber einer Webseite für dessen Inhalte (auch Links) rechtlich gerade. Und in den meisten Fällen wird das ganze als vorsätzlich eingestuft, womit sich jede deutsche Rechtschutzversicherung verabschiedet und man das ganze aus eigener Tasche finanzieren darf.
Ganz beliebt für Abmahnanwälte sind beispielsweise Gästebucher, in denen beispielsweise mit NS-Symbolik gearbeitet wird.
Ein gepflegtes "88 Kameraden! Grüße von der Ostfront" im Gästebuch, kann den Betreiber des Gästebuches in schwere Schieflage bringen!
Ein falsches oder fehlendes Impressum kann sehr teuer werden. Ebenso, wenn hier auf dem Board Sachen vertickt werden ... hier greift möglicherweise das Fernabsatzgesetz und damit die Pflicht zur Rechtsbehelfsbelehrung, Sachmängelhaftung, Gewährleistung, etc pp. (Beispiel:
Kundeninformation von Lars seinem ShopUnd es macht nicht immer einen Unterschied, ob man als Privatperson oder als gewerblicher Anbieter verkauft!
Ich könnte noch zig Beispiele anbringen, bei denen der Webseitenbetreiber sprichwörtlich mit einem Bein im Knast steht.
Und mit dem Wissen um die gesetzliche Lage, finde ich es ehrlich gesagt zum kotzen, wie sich hier einige über Regelungen auflehnen (auch, wenn sie nur ihre Meinung im Sinne der Meinungsfreiheit kund tun), die einzig und allein dazu da sind, mich als Betreiber dieses Forums zumindest ein Stück weit vor den üblichen Fallstricken zu schützen.
Ich stehe mit jemandem in Kontakt, der als Betreiber eines Forums abgemahnt worden ist und für diesen Rechtsstreit bisher über 20.000 EUR auf den Tisch der Kanzlei legen durfte. Das ist alles nicht so lustig, wie es viele hier gern sehen würden!