Hallo Jule,
bevor du dir ein Bulldog ins Haus holst, sollten essentielle Dinge geklärt sein.
Der Bulldog ist zwar im Grunde auch nur ein Hund, hat aber seine Ecken und Kanten, die ihn sehr oft zu einem "Nicht für jeden geeignet"-Hund machen.
Er ist mitunter extrem sturköpfig - hier braucht man nicht selten Nerven wie Drahtseile. Auch ist die Chance, dass er als Adulter nicht mehr gut auf Artgenossen zu sprechen ist, recht groß. Er ist also nicht unbedingt der Hund, mit dem man unbekümmert auf jede Hundewiese gehen kann.
Bulldogs sind Arbeitshunde. Zumindest diejenigen, die noch altes Blut in sich vereinen (oder speziell aus "Leistungslinien" stammen), fordern ihre tägliche Arbeit ein. Ne Runde ums Haus ... lässt den Bulldog schnell matsche im Kopf werden.
Je nach dem wie fest es in der Linie verankert ist, entpuppt sich nicht selten der kleine Bulldog als ausgewachsene Alarmanlage. Und 50 Kilo Bulldog können hinter der Wohnungstür mächtig Rabatz machen. Nicht jeder Nachbar findet das witzig. Das selbe gilt auch für den Zaun zum Nachbarn (wir können ein Lied davon singen *düdeldü*).
Und jetzt etwas spaßiger:
Stahlkappen sollten in euren Schuhen Einzug halten - die Bulldogs sind absolute Trampel. Anderer Leute Zehen sind grundsätzlich dazu da, mit Wonne drüberweg zu latschen. Ihr solltet hart im Nehmen sein, wenn es um Ausdünstungen geht. Der Bulldog frisst wie ein Brauereipferd (hin und wieder hört man mal davon, dass ein Bulldog ein laufender Mülleimer wäre *gg*) und pfurzt auch so. Ich kenne einige Bulldoghalter, denen die genüßlichen Pfürze schon Tränen in die Augen getrieben haben

- mich eingeschlossen.
Sofern der Bulldog mit auf die Couch darf ... es ist seine, wird seine bleiben und ihr dürft euch selbst eine Ecke in Zukunft suchen. Oder aber (wie bei unserer Hündin) es wird auf dem Brustkorb Platz genommen und da eingeschlafen.
Nun mein Rat im Bezug auf Gespräche mit Züchtern: wenn der Züchter damit beginnt, wie easy solch ein Bulldog ist und wie prima er in jede Familie passt - dreht euch auf dem Hacken um und fahrt zum nächsten. Ganz ernsthaft!
Ein ordentlicher Züchter wird zunächst mit euch reden und erstmal selbst sehen, ob seine Hunde überhaupt das sind, was ihr haben wollt und (viel wichtiger) was zu euch passt. Die Entscheidung kann nur der Züchter treffen, denn nur er kennt seine Hunde. Niedlich sind alle Welpen ... was nachher aus ihnen wird, kann nur der Züchter mit einer gewissen Sicherheit sagen.
Verlasst euch nicht auf irgendwelche Ausstellungstitel - insbesondere nicht auf solche, die nicht von den üblichen Organisationen vergeben wurden. Hier kann viel Schindluder getrieben werden!
Marion sprach es bereits an: der Züchter wird euch Gesundheitsauswerungen zeigen - und zwar soweit zurück im Stammbaum, als möglich. Kann er dies nicht mindestens von den Elterntieren, Finger weg!
Nicht immer ist es möglich, beide Elterntiere live zu sehen (den Vater unseres Rüden haben wir erst später kennen gelernt - den Vater unserer Hündin leider nie) - aber die Mutterhündin live zu sehen (und zwar zusammen mit den Welpen) ist ein Muss. Liegen die Welpen bei einer Amme, solltet ihr nachhaken und erfragen warum das so ist. Auch hier wir dein seriöser Züchter bereitwillig Auskunft geben.
Ganz allgemein kann man folgendes sagen: gesunder Menschenverstand! Ein Züchter, der nichts zu verbergen hat, verbirgt auch nichts. Dessen Auskünfte sind schlüssig und auch ohne Fachchinesisch nachvollziehbar. Sobald ihr das Gefühl habt, das etwas nicht koscher ist, lasst die Finger davon. Auch wenn die Welpen noch so süß sind oder der Preis verlockend klingt ... ein guter Züchter weis, womit er züchtet und was seine Welpen wert sind und wird dementsprechend einen angemessenen Preis einfordern.
Diskussionen dazu gabs hier einige ... eine ernsthafte Zucht kostet Geld - mitunter viel Geld. Ein Züchter, der die Welpen dann zum Discountpreis verschleudert ... du weist, was ich sagen will.
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to be continued