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American-Bulldog-Zucht - ein (kritischer?) Gedanke dazu

Die aktuelle Zucht des American Bulldog und die zukünftigen Zuchtziele

American-Bulldog-Zucht - ein (kritischer?) Gedanke dazu

Beitragvon Daniela » 20.05.2007, 12:20

In der Definition des Begriffes „Zucht“ geht es um eine konstante und dauerhafte Verbesserung der Nachkommenschaft durch Selektion und Elternkombination in eine gewünschten Richtung.

Landläufig bezeichnet sich allerdings jeder, der zwei Tiere gleicher Rasse verpaart als Züchter. An Hand der sehr unterschiedlichen Welpenpreise kann man erahnen wie unterschiedlich hoch der Aufwand sein kann wenn zwei ABs miteinander verpaart werden. Kein Züchter, dem es um die Verbesserung der Rasse geht, kann mit Schleuderpreisen aus der
Vermehrung konkurrieren.

Es ist die Aufgabe des Welpenkäufers kritisch zu sein um selbst einzuschätzen ob gezüchtet oder vermehrt wird. Da hilft natürlich nur Aufklärung und Information seitens der verschiedenen Vereine und Züchter!

Wie sind die Welpenpreise bei den ABs? Die Welpenpreise bei den ABs bewegen sich weltweit leider sehr. Kein seriöser Züchter wird seine Welpen weder verschleudern noch versteigern.

Ein seriöser Züchter wird nicht nur für einzelne ABs, sondern für den ganzen Wurf einen sehr hohen Standard anstreben. Sprich, ein Züchter sollte bei einem Wurf auf die Gesamtheit achten, allerdings muß er eh mit dem Ergebnis leben und hoffen, daß die Verpaarung nach Berücksichtigung aller Komponenten, in der Gesamtheit der Welpen sich positiv niederschlägt. Nur wie immer im Leben (wie auch bei uns Menschen) sind nicht alle Kinder gleich schön!-

Um die guten positiven Eigenschaften seiner Zuchtlinie zu erhalten, wird er grundsätzlich an einer Hündin als Nachwuchs interessiert sein.

Rüden werden fast immer abgegeben, da er seine eigenen Nachwuchsrüden für seine eigenen Zuchthündinnen nicht gebrauchen wird, da Inzucht auf Grund der auch möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit abgelehnt werden sollte. Jedoch denke ich, daß aus guten Verpaarungen aus denen sich aus Züchtersicht eine Weiterzucht mit einer Hündin lohnt auch Rüden behalten werden sollten, wenn nicht für die eigene Zucht dann für die Zuchten der anderen im Land ansässigen Züchter. Diese Rüden sollten in Maßen und mit Sinn und Verstand eingesetzt würde m. E. auch zu einer Verbesserung der Zucht im Allgemeinen im eigenen Land beitragen können bwz. ausländische Züchter würden sich ggf. auch der Deckrüden bedienen und dort „frisches“ Blut verwenden können.-

Wie kommen die Schleuderpreise zustande ? Inserate von American Bulldogwelpen zum Preis von 300 - 400 Euro und weniger erübrigen jeden Kommentar. Heutzutage hat kaum jemand etwas zu verschenken. Schleuderpreise sind das Ergebnis eines Extremsparkurses durch den Züchter.

Das Motto ist meist: „Alles nix kosten“, kaum Deckgebühren, keine Fahrtwege, Billigfutter und, und, und…..

Das Endergebnis ist eine geringe Nachfrage bei seriösen Züchtern, die sich dann aber mit den "Schäden" von anderen auseinandersetzen müssen, in der Form der Beratung und Versuchen den WK anderer so gut es geht weiterzuhelfen mit dem Welpen.

Die wenigsten AB-Fans streben eine Ausstellungskarriere an. Sie informieren sich auch deshalb nicht auf Ausstellungen und kennen damit nicht die enormen Unterschiede in dieser Rasse.

Dadurch wird es Vermehrern sehr leicht gemacht wesensschwache, schmale, zierliche und langschnauzige ABs für Schleuderpreise an den Mann zu bringen.

Wie kommen nun hohe Welpenpreise zustande ? Kein seriöser Züchter wird jeden Aufwand für seine Zucht und Hunde bei den
Welpenpreisen mit einbeziehen können, denn dann werden diese Welpen nicht mehr bezahlbar. Wir müssen uns die Frage stellen. warum bei einem Spitzenzüchter mit viel Erfahrung und Erfolgen, die Welpenpreise nicht höher sind, wie bei dem noch nicht so erfahrenem eingetragenem Züchter im Nachbarort ? Das ist einfach zu beantworten, weil auch der „neue“ Züchter alle Voraussetzungen schaffen muß um mit seinen Hunden zu züchten. D.h. die Kostensituation ist für ihn gleich! Viele Neuzüchter nutzen u.a. die Erfahrung der „Sptizenzüchter“! Es findet ein Austausch statt, den man sicher nicht unterschätzen darf! Ich denke, damit sollte das Zuchtergebnis bei einem weniger erfahrenen Züchter nicht schlechter sein, als bei einem Erfahrenen.

Es ist also ein Vorurteil bei hohen Welpenpreisen grundsätzlich von Geschäftemacherei auszugehen. American Bulldogzucht, auch als Hobby betrieben, ist teuer. Qualität muss immer auch finanziert werden.
Es muss einfach festgestellt werden, das die Kosten für eine seriöse Hundezucht weit über den Haltungskosten für den normalen AB-Halter liegt.

Bei eventuell notwendigen Auslandsdeckakten ist der Aufwand besonders hoch. Ausserdem werden Züchter die an ihren Hunden hängen, also ihre AB nicht nach mehreren Zuchtverwendungen verkaufen, kaum schwarze Zahlen schreiben.

Der Züchter trägt die Risiken einer Verpaarung und ist für eventuelle später erkennbare Mängel seines Nachwuchses selbt verantwortlich.

Ob ABA, NKC oder andere Organisationen, die Rahmenbedingungen sind zwar wichtig aber nicht alles. Es kommt darauf an die richtigen Partner zusammenzubringen. Allerdings sollte eine Organisation einen Mindeststandard gewährleisten, den es dann auch einzuhalten gilt, wenn man dort registriert ist.

Da ist nun einmal Inzucht oder der kürzeste Weg zum preiswertesten Deckrüden nicht unbedingt die beste Lösung.

Preis und Gesundheit Grundsätzlich kann man sagen, dass Schleuderpreise in Verbindung mit strengen Sparmassnahmen in der Zucht- und Aufzucht immer negative Folgen auf die Gesundheit haben.

Auf der anderen Seite ist es sehr leichtfertig, für einen hohen züchterischen Aufwand und für eine strenge Selektion Garantien zu versprechen. Man kann nur alle Voraussetzungen berücksichtigen und das Beste für seine Welpen hoffen, denn letztendlich haben wir es immer noch mit Lebewesen zu tun.

Das Überangebot an Welpen verleitet neuerdings den einen oder anderen Züchter dazu, die Möglichkeiten einer seriösen Werbung bis an die Grenze auszureizen. Ein Grund für eine gebotene Bescheidenheit ist eine fehlende Nachzuchtbeurteilung, in der komplette Würfe erfasst werden.

Dazu gehören aber auch nicht belegbaren und unqualifizierten Äusserungen über bisher eingesetzte Deckrüden, die von anderen Deckrüdenbesitzer gemacht werden, um damit ihren eigenen Deckrüden besser ins Deckrüdengeschäft einzuführen.

Ausstellungstitel sind lediglich ein Beleg dafür, dass ein Welpe eines Wurfes sich zu einem herausragenden SHOW-Vertreter seiner Rasse entwicklet hat. Titel sind supjetive Entscheidungen, die keine Garantie für eine gute Vererbung sind. Es gibt einen Standard, an den muß sich jeder Richter halten - sollte jedenfalls so sein!

Der Titel eines Champion hat für das Ego und für die Marketingstrategie seines Besitzers die grösste Bedeutung. Ob der Hund allerdings gesund ist und gut vererbt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Für die Vermarktung von Welpen und für die Präsentation von Deckrüden, haben Titel immer noch den Vorrang. Das Verbessern von Eigenschaften einer Zuchtlinie in Ihrer Gesamtheit über mehrere Generationen wird kaum anerkannt. Es ist eine Milchmädchenrechnung zwei Champions mit dem Ziel zu verpaaren, einen Wurf mit nur „vorzüglichen“ Nachkommen zu erhalten.

Man sollte schon sein Wissen und seine Erfahrung in den Genen der eigenen Zuchtlinie verankern.

So, das ist ersteinmal alles. Ich weiss auch, dass ich viele Bereiche nicht angesprochen habe, die angesprochen werden sollten, aber auch so, ist es schon ein sehr langer Text geworden.
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Beitragvon Daniela » 20.05.2007, 20:45

WOW 32 mal gelesen und keiner hat eine Meinung dazu, DAS nenne ich mal konstruktiv.
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Beitragvon Mojo » 20.05.2007, 22:46

Mmh,was willst Dú jetz hören :D
Ich galube das viele "Züchter" überhaupt keine Ahnung von Genetik haben.Es soll jetzt kein Angriff sein, aber gerade in Holland ist es mir aufgefallen, das man die vielen Hunde, die dort waren, als Gesamtpaket American Bulldog, gar nicht mehr indentifizieren kann.Die spezifischen Unterschiede sind einfach zu groß.
Als Vermehrer brauch ich mir keine Gedanken zu machen, es wird Hund X mit Hund Y verpaart, weil der ihm gerade gut gefällt, wie sieht das aber mit den Wurfgeschwistern aus, mit den Großelten, mit den Eltern??? Was kann von dort aus weiter vererbt werden.
Hat Hund X eine super Pigmetierung,super Winkelung und super Wesen, alle anderen 8 Wurfgeschwister sind aber genau das Gegenteil, dann kann ich mir doch denken, das da nicht die "Überflieger" herauskommen, oder?
Um das alles zu lrenen, auf Shows zu gehen, hunderte von Euros zu investieren, Seminare zu besuchen, das alles kostet Geld. Das muss natürlich auch irgendwo herkommen.
Es geht natürlich auch viel einfacher.Ich kauf mir eine Hündin und einen Rüden, lass den 6 mal rüberhüpfen und mach dann Gewinn mit 400 Euro Welpenverkaufspreis. Da wird die Hündin bis zur 8ten Woche säugen und es wird nicht zugefüttert. Was aus den Hunden dann einmal wird, kann doch egal sein. Da brauchst du als Welpenkäufer auch nicht anrufen, weill du eine Frage hast, da sich der "Vermehrer" eh nicht mit Materie "American Bulldog" auskennt. Genauso gut könnte er auch Hühner oder Sonstiges verpaaren
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Beitragvon Daniela » 20.05.2007, 22:50

;) was ich hören will... ;) DAS steht auf einem anderen Blatt!! :D Ne, im Ernst, kann ja einer auch eine andere Meinung dazu haben, oder nicht?!
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Beitragvon Heike » 21.05.2007, 07:50

Tja, denke auch das es leider so ist wie Tina schreibt .
Nur das die Welpen nicht etwa für ein paar Euro abgegeben werden, sondern auch noch viel Geld dafür genommen wird .
Einfach nur einen Rüden auf eine Hündin zu setzen hat mit Zucht nicht viel zu tun .

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Beitragvon Angelika » 21.05.2007, 08:21

Ich denke du hast alles gesagt Daniela, deshalb sind wir alle etwas ratlos eine Antwort zu finden.
Ausserdem dachte ich du wolltest uns nur mal deine "kritischen Gedanken mitteilen" so wie die Überschrift auch lautet.
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Beitragvon Daniela » 21.05.2007, 10:07

@Angelika

Aber wie ich schon schrieb, hätte ja sein können, dass jemand gaaaaaanz anders darüber denkt. :D
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Beitragvon Gesa » 21.05.2007, 11:15

Hi Daniela,
Kann schon sein! Wird auch so sein, denn sonst würde man bei DHD nicht das finden, was man zur Zeit dort findet!
Doch der, der so gaaaanz anders denkt, der wird sich hüten, dass hier zu schreiben...
LG Gesa!
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Beitragvon Daniela » 21.05.2007, 11:22

Ich habe schon ewig nicht mehr in DHD reingeschaut, scheint ja wohl auch besser zu sein...
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Beitragvon Peppi » 21.05.2007, 11:32

Mojo hat geschrieben:Da wird die Hündin bis zur 8ten Woche säugen und es wird nicht zugefüttert.


Natürlich hat jemand andere Gedanken, aber die hört doch eh keiner gerne oder sie werden abgetan als Schwachsinn und "keine Ahnung", weil es die unbequemere Denkweise ist:

Die Notwendigkeit zuzufüttern, oder Tatar zu geben und all der Rotz der bei der Aufzucht betrieben wird - oder besser gesagt BETRIEBEN WERDEN MUSS - ist doch nur ein Indiz dafür, das die Tiere nicht mehr in der gesundheitlichen Verfassung sind, Ihre Nachzuchten ohne menschliche Hilfe aufzuziehen. Für mich wäre da der erste Ansatz zur Gesundheitsförderung... Und der Kaiserschnitt bei EBs ist nicht's völlig anderes, sonderen nur ein anderer "Grad" der Notwendigkeit in natürliche Vorgänge eingreifen zu müssen...

Habe aber bis hierhin nichts dazu geschrieben, weil es doch eh keinen interessiert und man von den eigentlichen Problemen lieber ablenkt.

Und jetzt bin ich gespannt waruim ich schon wieder Unrecht habe... :respekt:
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